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portrait mueller+profitlich, © Wolfgang Golz, Berlin

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Sarah Wiener zu Besuch
in der Weinschänke Kraatz

pfeil NDR-Fernsehen:
Genusswandern mit Sarah Wiener


Die Web-Weinschule
zu Besuch in der Weinschänke

Wir hatten Felix Bodmann (den Schnutentunker) in unserer Weinschänke zu Gast. Mit ihm ging das Gespräch natürlich über Apfelwein ...
pfeil youtube Kanal der Web-Weinschule

Glut und Späne
beliefert die Weinschänke Kraatz

Glut und Späne – das klingt nach Rauch und Geräuchertem. Und dafür ist die Uckermark durchaus bekannt und geschätzt. Auf der Suche nach guten Restaurants, die radikal regional kochen, ist rbb-online dort sofort fündig geworden und hat zwei wirklich gute Empfehlungen für Sie!
pfeil www.rbb-online.de

Sagenhaft: Uckermark
Film-Dokumentation des MDR

Moderator Axel Bulthaupt führt charmant und gekonnt durch die Uckermark.
MDR-Mediathek 2017

Ulrich Amling über den Apfelwein
vom Gutshof Kraatz
im Tagesspiegel Brandenburg 2016


Radiointerview zum Thema Apfelwein
mit Florian Profitlich
in der Sendung „Aufgegabelt“,
Inforadio vom rbb vom 2. Juli 2016



Zeit-Magazin am 3.2.2011
Rubrik: Heiter bis Glücklich


Die Welt am 14.10.2011
„Landlust“ von Andreas W. Voigt


Portrait


Eine neue Verwendung für den „Gestreiften Kardinal“



Wie bei vielen Nutzpflanzen ist auch bei Äpfeln und Birnen die Vielfalt der alten Traditionssorten bedroht, da sich die menschlichen Lebens- und Essgewohnheiten verändert haben. Es ist wie mit alten, denkmalgeschützten Bauwerken: Ohne eine Nutzung gibt es langfristig keinen Erhalt.

Durch die Verwendung der alten Obstsorten in unserer Produktion bieten wir einen Anreiz für die Besitzer, ihre alten Baumbestände zu pflegen und zu erhalten. Durch neue Anpflanzungen alter Sorten können wir helfen, die regionale Vielfalt für kommende Generationen zu bewahren. Dafür Kooperieren wir mit dem Naturpark Uckermärkische Seen, der bereits 1995 ein Projekt für den Erhalt der regionalen Apfelsorten begann. So können Apfelsorten erhalten und nachgepflanzt werden wie zum Beispiel: Adams Parmäne, Winterzitronenapfel Lausitzer Nelkenapfel, Kanada Renette oder Gestreifter Kardinal.

Obwohl die Uckermark traditionell nie eine Apfelwein-Region war, ist sie doch erstaunlich reich an Ressourcen für die Apfelweinherstellung. Das hat historische Gründe. Nach dem Zusammenbruch der DDR-Wirtschaft blieben in Ostdeutschland viele, bis zu 100jährige hochstämmige Obstbestände ungenutzt stehen. Die Sorten stammen aus Zeiten, in denen innere, aromatische Qualitäten noch deutlich höher geschätzt wurden als die äußere Erscheinung.

In den alten Sortimenten entlang von Feldwegen und Nebenstraßen finden wir noch so manch eine Rarität, die sich vielleicht nie als Tafelobst eignete, aber ganz vorzüglich für unterschiedliche Formen der Verarbeitung genutzt werden kann – bittere Zufallssämlinge zum Beispiel, oder „steinharte“ Kochbirnen.

Diese Standorte suchen wir und arbeiten gezielt daran, sie zu pflegen und zu schützen. So leisten wir einen Beitrag sowohl zum Erhalt des Kulturguts „Alte Obstsorten“, als auch zur Pflege unserer Kulturlandschaft.

Alte Steine neu vermauert



In Kraatz können Sie am Beispiel von Ferienwohnungen, Apfelwein und unserem Restaurant „Weinschänke" erleben, wie eine neue Nutzung von alten Gebäuden und alten Obstbäumen zu nachhaltigen neuen Entwicklungsmöglichkeiten führt.  Unsere Angebote basieren auf regionalen Stoffkreisläufen, kurzen Wegen und ökologischen Materialien. Bei der Sanierung der alten Gebäude haben wir ökologische Materialien wie Hanf, Lehmputze und Kreidefarben sowie historische Baustoffe (alte Ziegelsteine, Türen, Fliesen…) verwendet. Handwerkerleistungen werden bei uns von Betrieben aus maximal 50 Kilometer Entfernung ausgeführt. 

Die Zutaten für die Küche des Restaurants sind nach Möglichkeit aus biologischer Landwirtschaft der Umgebung und variieren nach Saison.

Geheizt wird mit der Abwärme der benachbarten Biogasanlage oder mit Holz (Pellets und Scheitholz). Unseren Strom beziehen wir von der eigenen Photovoltaikanlage und von Ökostromanbietern.

Abwässer werden auf dem eigenen Grundstück in einem Pflanzenklärbeet gereinigt.

Als Partnerbetrieb des Naturparks Uckermärkische Seen sind wir für unsere nachhaltige Wirtschaftsweise zertifiziert. 2013 wurde der Gutshof Kraatz mit dem Klimasonderpreis des Uckermärkischen Tourismusverbandes ausgezeichnet und 2016 erhielten wir den Uckermärkischen Tourismuspreis.

Heimisch werden mit den Äpfeln



Wir sind Quereinsteiger – nicht nur was den Wein angeht, sondern auch in der Uckermark. Hierher gekommen sind wir um die Jahrtausendwende wie viele Berliner, auf der Suche nach einem Plätzchen auf dem Lande fürs Wochenende. Dass daraus einmal unser Hauptberuf werden würde, hatten wir nicht geplant.

Zum Wein gekommen sind wir durch die Uckermark. Durch die Massen an Äpfeln, die wir jeden Herbst unter den Bäumen in der Landschaft liegen sahen und die niemand haben wollte. Irgendwann gab es per Kleinanzeige eine Mostpresse zu kaufen und vom Most war es nicht mehr weit zum Wein. Das macht der Most fast von ganz allein – fast.

Mit unserem ersten Jahrgang 2011 hatten wir „Anfängerglück“. Wir hatten das Richtige geerntet und stellten fest, das ein erster Jahrgang (7.000 Liter) durchaus gelingen kann. Vier unserer ersten Versuche haben wir bis heute im Sortiment. Weine aus Rheinischen Bohnäpfeln, aus Boskoop und aus Mostbirnen, sowie eine gute Mischung – einen Schoppen für den Ausschank in der Schänke.

Wir experimentierten weiter – jedes Jahr probieren wir mindestens eine alte Apfelsorte und irgendwann mussten wir uns entscheiden: bleiben wir in unseren Kreativberufen in Berlin oder gehen wir der neuen kreativen Berufung in der Uckermark nach.

Wir haben uns für die Uckermark entschieden, weil wir hier für uns mehr Potenzial sehen. „Aber hier ist doch nichts“, sagen viele, die zum ersten Mal hier sind, und auch viele, die schon seit Jahrzehnten hier leben. Aber gerade weil es hier zum Beispiel keine Apfelweintradition gibt, haben wir alle Freiheiten, unser eigenes Produkt zu schaffen – mit dem, was es in der Region gibt, aus der Region heraus. Und das fasziniert uns.

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